Eveline Lembke und Daniel Schulz am Piano im "Kirchlein"

WORTE & TÖNE

Krimi, Spuk und Lebenslust im kleinen, überschaubaren Gastraum des „Kirchleins“ – was genau hatte ich da zu erwarten? Meine Vorstellungen waren sehr vage.

Um so größer waren mein Erstaunen und meine Überraschung: Eveline und Daniel boten ein äußerst vielfältiges Programm, in dem ‚Krimi, Spuk und Lebenslust‘ miteinander wetteiferten. Neben Daniels gekonntem Spiel auf dem Piano überzeugten besonders auch Evelines schauspielerische Leistungen.

In den dargebotenen Songs sang sie mit Ihrer kraftvollen, gewaltigen, ausdrucksstarken Stimme nicht nur die Texte, sondern verkörperte immer auch die Personen. Mit wenigen Handgriffen und Pinselstrichen schlüpfte sie in die verschiedenen Rollen. Ihre auf die jeweilige Rolle abgestimmte Mimik, Gestik und Stimme machten die Verwandlung komplett. So fanden sich die Anwesenden ganz schnell in mal spannenden, mal komischen, mal nachdenklichen, mal mordlüsternen, meistens aber skurrilen Situationen wieder. Sie dankten den beiden Künstlern mit begeistertem Applaus.

Neben Songs wie „Komm, wir machen eine kleine Reise“, „Exactly like you“, „Wie das Glas in meiner Hand“, „Wenn ich betrunken bin“, „Je ne regrette rien“, „Piraten-Jenny“, u.a. las Eveline auch verschiedene Geschichten. So z.B. die „Alkoholische Gärung“ aus der Feuerzangenbowle, „Nicht schlecht Herr Specht“ von Lars Ruppel und „Das verräterische Herz“ von Edgar Allan Poe. Ihr schauspielerisches Können machte jede Lesung ebenfalls zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Daniel unterstrich Evelines Lied- und Textvorträge gekonnt. Ihr Zusammenspiel war fein abgestimmt. Manchmal genügte ein einziger Ton, ein anderes Mal überzeugte Daniels beeindruckendes Solospiel. Bei einigen Vorträgen schlüpfte er mit Hilfe weniger Accessoires in eine Nebenrolle und trug auch so zur überwältigenden Wirkung des Vorgetragenen bei.

Es war ein kurzweiliger, unterhaltsamer Nachmittag mit zahlreichen Überraschungen. Die Begeisterung des Publikums war groß. Mit der Zugabe „Gute Nacht Freunde“, bei der die Gäste den Refrain mit Engagement mit sangen, klang der Nachmittag aus.

Simply4friends mit Christiane, Sabine, Wolfgang und Guido im "Kirchlein"

SIMPLY4FRIENDS

Das unplugged Cover-Quartett mit Christiane, Sabine, Wolfgang und Guido hatte bei der Auswahl der Songs und Schlager ins Schwarze getroffen. Der Bogen spannte sich von „Rote Lippen soll man küssen“ von Cliff Richard aus dem Jahr 1963 bis zu „Vincent“ und „Ich wünsch dir“ von Sarah Connor aus dem Jahr 2019.

Viele deutschsprachige SängerInnen, LiedermacherInnen und Songwriter widmen sich in ihren Songs Themen wie Liebe, Treue, Trennung, Sehnsucht, Herz, Verstand u.a. und haben sie auf vielfältige Weise aufgearbeitet.

Simply4friends interpretierten an diesem Sonntagnachmittag eine beeindruckende Anzahl dieser Songs und überzeugten das Publikum mit ihrem ausdrucksstarken und mitreisenden Konzert.

Pe Werner mit „Kribbeln im Bauch“ (1991), Hubert Kah mit „Sternenhimmel“ (1982), Udo Jürgens mit „Griechischer Wein“ (1974), Reinhard Mey mit „Über den Wolken“ (1974), Herbert Grönemeyer mit „Sekundenglück“ (2018) und „Was soll das“ (1989), Lea mit „Leiser“ (2017), Andreas Bourani mit „Hey“ (2014) und „Auf anderen Wegen“ (2014) sind einige der vorgetragenen Lieder.

Die Gäste ließen sich gerne von der Freude der Sängerinnen und Sänger anstecken und sangen oft begeistert mit. Der Schlussapplaus war überwältigend, zwei Zugaben waren den Zuhörern sicher.

BEPLER MAYER JAZZDUO

Am Vorabend des zweiten Advent hatten sich knapp 30 Zuhörer im „Kirchlein“ eingefunden. Sie ließen sich sehr gerne von Sigrun und Burkhard mitnehmen in die Welt ihrer Musik.

Für ihre Musik greift das Bepler Mayer Jazzduo auf ein großes Repertoire aus Swing, Blues, Latin und Balladen zurück. Ihre Interpretationen waren auch an diesem Abend musikalisch ebenso anspruchsvoll wie emotional. Ihr gegenseitiges musikalisches Verständnis war jede Sekunde zu spüren, so wie es überhaupt nur im Duo möglich ist.

Erneut herrschte im Raum oft erwartungsvolle Stille. Burkhards kraftvolles, handwerklich versiertes und auch kreatives Gitarrenspiel auf seiner 7-saitigen Gitarre faszinierte die Zuhörer ebenso wie Sigruns ausdrucksstarke, emotionale und temperamentvolle Stimme.

Zur Darbietung kamen Songs wie „Comes Love“ von L. Brown, S. Stept, Ch. Tobias, „Sugar“ von St. Turrentine, „Worrysome Heart“ von M. Gardot, „Peace“ von H. Silver, u.a. Sigrun Bepler und Burkhard Mayer bescherten ihrem Publikum ein musikalisches Erlebnis von besonderer Intensität und Intimität.

Die Gäste ließen den Abend in kleinen Runden gemütlich und entspannt – ‚entschleunigt‘, wie es ein Gast formulierte – ausklingen.

2Injoy live beim Konzert im Gästehaus Am Kirchlein.

2INJOY

Das Duo 2inJoy sind die Sängerin Florezelle Amend und der Fingerstyle-Gitarrist Michael Diehl.
Florezelle Amend und Michael Diehl treten seit 2005 als Duo „2injoy“ gemeinsam auf. In diesem Jahr, dem Gründungsjahr, entdeckte Michael auch den Fingerstyle für sich.

Schon als Kind bekam der in Marburg geborene Michael klassischen Gitarrenunterricht und spielte bereits als Jugendlicher viele Konzerte mit mehreren Bands aus dem Bereich Jazz, Funk und Soul. Sein Studium absolvierte er in London, seinen reichen Erfahrungsschatz erwarb er sich bei zahlreichen Auftritten im In- und Ausland.

Florezelle Amend, geboren in Manila auf den Philippinen, sang viele Konzerte in Europa, Asien und Amerika und überzeugte viele internationalen Stars und Würdenträgern mit ihrer unbeschreiblichen Stimme und ihrem großen Können – u.a. Luciano Pavarotti, Königspaar von Spanien, Papst Johannes Paul II.

Leider waren nur wenig Gäste ins „Kirchlein“ gekommen, um diese beiden besonderen Musiker zu erleben und ihre Darbietungen zu hören. Sie trugen Songs wie „All the Love“, „Caravan of Love“, „Love is the Key“, „Take my Breath away“ u.v.a. mit großer Leidenschaft vor.
Michael überzeugte mit seinem Gitarrespiel und seinem Können als Fingerstylist, Florezelle mit ihrem Gesang. Ihre Stimme war mal flüsternd, dann lautstark, mal hell, dann tief, mal zart, dann machtvoll – voller Kraft, Energie und Ausdauer – eigentlich nicht zu beschreiben!

In ihren jazz-souligen Interpretationen bekannter Pop-Songs und Soulklassiker brachten sie ihre große musikalische Kreativität, ihr großes Können und ihre gegenseitige Wertschätzung überzeugend zum Ausdruck.

Der Applaus wollte nicht enden. Zuhörer und Musiker genossen ganz offensichtlich diesen stimmungsvollen Spätnachmittag im „Kirchlein“.

Johannes Meiser und Max Pfreimer vom Duo „Jo & Max“ bei ihrem Konzert im "Kirchlein"

JO & MAX

Während des fast dreistündigen Konzerts war bei Jo und Max die eigene Begeisterung für die Keltische Musik in jeder Minute deutlich zu spüren.

Sie sangen und musizierten unplugged, zwei faszinierende, ausdrucksstarke Stimmen, Akkustikgitarren, Flöte, Cajon-Trommel, Schellen, u.a. Ihr Programm umfasste Irish- und Scottish Folk der vergangenen 100 Jahre. Jo wusste viel zu den einzelnen Songs, ihren Textern und/oder Komponisten und ihrem geschichtlichen Hintergrund zu berichten. Viele der Texte um Liebe, Hungersnot, Vertreibung, Flucht und Krieg haben auch heute ihre Aktualität nicht verloren und so konnte Jo nicht umhin, manchen Bezug zu aktuellen Krisensituationen herzustellen.

Ihr Repertoire enthielt neben einem von ihnen vertonten, ca. 100 Jahre alten Gedicht auch die Nationalhymne der irischen Rugby-Nationalmannschaft sowie einige eigene Songs.

In der zweiten Hälfte des Konzerts sangen die Zuhörer gerne und kräftig mit – zuvor ausgestattet mit einem „Mit-Mach-Zettel“, auf dem die Refrains zahlreicher Lieder notiert waren.

Nach mehreren Zugaben überraschten Jo & Max mit ihrem endgültig letzten Song – einem Song in deutscher Sprache, von ihnen getextet und komponiert! Mit diesem Song signalisierten sie den vorsichtigen Aufbruch in eine weitere musikalische Richtung.

Das Publikum war begeistert!

Belle & The Pianopainters bei ihrem Auftritt im Kirchlein. Detail.

BELLE & THE PIANOPAINTERS

Belle & the pianopainters – das sind Natascha Thomas, Tasso Hitschmann und Hans-Michael Kirstein.

Natascha Thomas singt und agiert seit vielen Jahren in südhessischen A-cappella- und Kleinkunst-Formationen, wie z.B die „Mixingers“ und „The Chickyboos“ (Mitbegründerin). Tasso Hitschmann aus Gießen hat sich als Pianist unter anderem mit dem Bossa Nova – und Jazz-Duo „Ipanema Breeze“ einen Namen gemacht. Hans-Michael Kirstein (HMK), ebenfalls aus Gießen, ist als unabhängiger Illustrator, Cartoonist, Porträtzeichner und Conferencier weit über die Region Gießen hinaus bekannt. So organisierte er auch Ausstellungen für und mit dem belgischen Comicstar Hermann. HMKs Karikaturen sind mal boshaft, mal liebenswert. Mit seinem „scharfen Blick“ hat er das Besondere in der Mimik vieler Persönlichkeiten aus Film, Musik und Politik eingefangen und in seinen Porträts dargestellt.

Auftritt tonART im Gästehaus Am Kirchlein.

tonART

Manuela und Berthold hatten mit diesem Konzert ihren zweiten Auftritt im „Kirchlein“ und auch dieses Mal spielten sie vor einem großen Publikum.

Sie präsentierten mit großer Leidenschaft „einfach nur“ die Songs, die ihnen selbst gut gefallen.

Manuelas mitreisende Soulstimme, ihre ausdrucksstarke Mimik, Bertholds gekonntes Spiel auf der Gitarre, ihre kleinen, humorvollen gegenseitigen Sticheleien, ihre uneingeschränkte gegenseitige Wertschätzung, ihr ständiges In-Kontakt-Sein mit den Zuhörern – das alles trug zu einer ganz besonderen Atmosphäre an diesem Abend bei.

Mit ihrem umfangreichen Programm boten sie ihren Gästen eine große Vielfalt und viele, viele neue Songs. Manuela und Berthold sind auf keine Musikrichtung, auf keine Sprache und auf keinen nationalen Ursprung festgelegt. So überzeugten sie dieses Mal unter anderem mit vier jüdischen Liedern von Chava Albertstein, die Manuela sogar in jiddisch vortrug.

Sie singen und spielen eben das, was ihnen gefällt – dem Publikum hat es sehr gefallen, der Applaus wollte kein Ende nehmen. Erst nach mehreren Zugaben gab sich das Publikum schließlich zufrieden.

Musiker Ny Experience

NY EXPERIENCE

Zahlreiche Fans und Freunde waren gekommen, um dem Konzert von NY Experience beizuwohnen.

Das erweiterte Repertoire war vielfältig. Ein Schwerpunkt lag wieder bei Songs von Neil Young, wie z.B. „Long may you run“, „Like a Hurricane“, „Tell me why“, u.a. Ein weitere Schwerpunkt waren dieses Mal – wie angekündigt – Freds eigene Kompositionen mit seinen über-wiegend deutschen Texten. Dazu zählten Songs wie „Auf dem Weg“, „Du und ich“, „Im Kreis“, u.a. Beiträge von Winwood, Westernhagen, Bob Dylan, Eagles u.a. rundeten das abwechslungsreiche Programm ab.

Die drei Musiker überzeugten erneut mit ihrem Können. Das Spiel der Gitarren war wunderbar aufeinander abgestimmt, Mundharmonika und Mandoline ergänzten gelegentlich das harmonische Zusammenspiel. Freds warme, leicht melancholische Stimme betonte diese Harmonie in besonderem Maße und zog die Zuhörer erneut in ihren Bann.

Gefühlt kam das Ende des Konzerts viel zu schnell. Nach einigen Zugaben ließen Gäste und Musiker den Abend dann in gemütlicher Runde langsam ausklingen.

Beatles Re-light-ed mit Daniel Schulz, Dieter und Michael Faust

BEATLES RE-LIGHT-ED

Sehr viele Fans und Interessierte hatten sich im gemütlichen Gastraum des „Kirchleins“ eingefunden, um die Songs der legendären Beatles – „re-light-ed“ von Daniel, Dieter und Michael – „live“ zu hören.Es war eine beeindruckende Darbietung: Bei hervorragender Akustik, perfekter Lautstärke und heimeliger Beleuchtung überzeugten die drei Musiker das gemischte Publikum restlos.

Künstler Heinz Otto Aschendorf

HEINZ OTTO ASCHENDORF

Heinz Otto Aschendorf, geb. 1948 in Hessen, befasst sich schon seit vielen Jahren – gefühlt seit ca. 40 Jahren – mit Dichtung und Poesie.
Seine Gedichte der ersten Jahre hatten eher einen unterhaltsamen Charakter. So trug er bei Familienfeiern mit seinen Gedicht-Vorträgen häufig zur Erheiterung der anwesenden Gäste bei.

Später half das Schreiben von Gedichten Heinz Aschendorf dabei, eigene Lebenskrisen besser zu bewältigen. In seinen Gedichten gelingt es ihm, seine Gedanken, Fragen, Zweifel, Ängste und Hoffnungen auszudrücken und erlittene Schicksalsschläge wie schwere Krankheit und Tod zu verarbeiten.

1997 nahmen er und seine zweite Ehefrau mit viel Mut die Herausforderung an, sich in den Bergen Istriens in einem Dorf mit nur 12 Einwohnern einen kleinen Bauernhof zu kaufen und umgeben von viel Natur im Einklang mit der Natur zu leben.

In dieser Lebensphase wurde seine künstlerische Ader in zweifacher Hinsicht angesprochen und gefordert:
In seiner neuen Umgebung erlebte er unzählige Begegnungen mit Menschen, Tieren, Pflanzen und Landschaften, die ihn zum Schreiben vieler neuer Gedichte veranlassten.
Heinz Aschendorf entdeckte dort für sich aber noch eine weitere Möglichkeit sich künstlerisch auszudrücken:
An vielen Orten fand er Altmetall – man könnte es auch Schrott nennen – das ihn als gelernten Schlosser zur Gestaltung ausdrucksvoller Skulpturen inspirierte.

Inzwischen lebt das Ehepaar Aschendorf in Braunfels. Heinz Aschendorf arbeitet weiterhin künstlerisch/kreativ.

Seine Gedichte werden von Heinrich Bethge gelesen. Herr Bethge hat mehrere Hörbücher besprochen und war als Schauspieler im In- und Ausland tätig, so auch im Kellertheater in Wetzlar.

Anlässlich der Lesung wird Herr Aschendorf auch einige seiner Skulpturen ausstellen.
Vor Beginn der Lesung wird Kaffee und hausgemachter Blechkuchen als Gedeck angeboten.

Sonntag, 03. Februar 2019
Beginn: 16.00 Uhr, Einlass: 15.00 Uhr
Eintritt: freiwillige Spende zugunsten der hungernden Menschen im Jemen

Kartenvorbestellung täglich außer Samstag ab 18.00 Uhr unter 06409/6624707