Kultur-Event

30. Januar 2026, Gästehaus „Am Kirchlein“
Gemischter Satz – Drei Gießener AutorInnen begeistern ihr Publikum
Der Ankündigung dieses kulturellen Events waren zahlreiche Interessierte gefolgt. Der Gastraum des „Kirchleins“ war bis zum letzten Platz besetzt. Viele Interessierte schafften es leider nur auf die Warteliste.
Es war ein besonderes und neues Format, das an diesem Abend geboten wurde: Drei Gießener AutorInnen lesen eigene Texte, alle basierend auf tatsächlichen Ereignissen oder sogar auf eigenen Erlebnissen. Mit ihren Saxophon-Improvisationen gestaltete Elsa W. Hartmann gekonnt die Überleitungen. Den ersten Part der Lesung übernahm Elsa W. Hartmann. Ihre Kurzgeschichte mit dem Titel „Junges Unglück“ handelt von einem Mord, der sich 1955 tatsächlich im Marburger Hinterland ereignet hatte. Dabei legt Elsa W. Hartmann ihr Augenmerk nicht auf die Tat selbst, sondern vielmehr auf die Umstände, die zu dieser entsetzlichen Tat geführt haben.
Nach der musikalischen Überleitung trat Hans-Jürgen Hofmann ans Rednerpult. In seiner Geschichte „Leiter“ geht es um die Verarbeitung einer Familientragödie, die jahrelang unter den Teppich gekehrt worden war. Während eines Besuchs der Familie bei der demenzkranken Mutter werden die früheren Geschehnisse aufgedröselt. Auch dieser Geschichte liegt eine tatsächliche Begebenheit zugrunde.
Nach der Pause, die mit stimmungsvollen Saxophonklängen ein- und auch wieder aus“geläutet“ wurde, präsentierte Gertrud Evers dem Publikum ihre Kurzgeschichte „Im Zeichen der Jungfrau“. Sie beschreibt die Situation der 56-jährigen Textilfachverkäuferin Irmgard Schäfer, die sich wegen ihrer Depression in einer Kurklinik befindet. Gegen Ende ihres Aufenthaltes lässt sie sich – für sie selbst völlig überraschend – auf ein sexuelles Abenteuer mit einem Mitpatienten ein. Am Tag ihrer Abreise verlässt sie als veränderte Frau die Klinik.
Den Zuhörern gefiel was sie hörten! Sie lauschten gespannt den einzelnen Vorträgen und kommentierten diese mal mit belustigtem Lachen, mal mit verständnisvollem Schmunzeln, mal mit einem erstaunten Raunen oder auch einfach nur mit begeistertem Applaus.
Zum Abschluss las das Trio „Gemischter Satz“ in wechselnden Rollen den kurzweiligen Schwank „Ich komme“, in dem das monatelange Bemühen einer Bauherrin um einen Termin mit einem Handwerker anhand des originalen SMS-Wortlautes äußerst unterhaltsam wiedergegeben wird.






